| Kolumne: Selfowned! - Zum PSN-GAU! |
| Donnerstag, den 19. Mai 2011 um 09:15 Uhr |
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Möchte man verstehen, wie Sony innerhalb kürzester Zeit zur beliebten Zielscheibe von zahlreichen Hackern rund um den Globus wurde, muss man sich mit dem vergangenen halben Jahr auseinandersetzte. Damals entfernte das Unternehmen überraschend und zum Verdruss vieler treuer und ehrlicher Kunden die Other-OS-Funktion aus der PS3-Firmware 3.2.1, wodurch sich gerade die Technikenthusiasten sozusagen über Nacht entscheiden mussten, ob sie ihr Linux auf der Konsole und damit den Zugriff auf die privaten Daten der HDD behalten wollten, oder den Zugang zum PlayStation Network (PSN), jenem nun attackierten Portal zum Spielen, als wichtiger empfanden. Beides zusammen, Linux und PSN, war von Sony offiziell aus Sicherheitsgründen nicht mehr vorgesehen. Der Streitpunkt dabei: Sony selbst hatte mit der Linuxfunktionalität der Other-OS-Funktion zum Verkaufsstart geworben. Kein Wunder also, dass sich einige Nutzer ernsthaft verarscht vorkamen. An dieser Stelle der Story treten nun die jungen Techniknerds wie GeoHot auf den Plan. Anstatt sich mit der Qual der Wahl abzugeben, tüftelte der findige Hacker einfach eine eigene Firmware, die Zugang zum PSN bot und die Other-OS-Funktion weiterhin nutzbar machte. Das ganze interessierte zwar nur einen Bruchteil der Nutzer, doch Sony war offenbar besorgt, es könnte Raubkopien erleichtern und somit irgendwann größere Wellen schlagen Wie es so ist in solchen Spielchen brachte Sony weitere Updates heraus, die GeoHots Lösung zunichtemachten, GeoHot konterte und so ging es munter hin und her. Ja, bis GeoHot eine sehr interessante Entdeckung machte. Kurz und einfach gesagt war der Geheimschlüssel - der PS3-Root-Key - auf dem der ganze Sicherheitsmechanismus der PlayStation 3 beruht ein statischer Wert, der einmal errechnet dauerhaft Zugang zum geschützten System der PS3 bieten kann. Eine Entdeckung die Sicherheitsexperten mit dem Kopf schütteln ließ und Hacker auf der ganzen Welt entzückte.
GeoHot veröffentlichte die Daten und machte gleichzeitig ein Angebot an die drei großen Konsolenhersteller, er könne sich durchaus vorstellen „auf der anderen Seite zu arbeiten“ und er wäre für Angebote offen. Sony fand das ganze allerdings gar nicht witzig und brachte GeoHot vor Gericht - mit dem Ende, das GeoHot eine hunderttausende Dollar schwere Unterlassungserklärung unterzeichnete, beim Hamburger Jung Graf_Chokolo steht regelmäßig die Polizei vor der Tür. Das wiederum war zu viel für das Internetkollektiv Anonymous, welches das Recht auf Eigentum und das Recht auf freie Informationsweitergabe bedroht sah. Die Anonymous-Argumentation: Wenn man sich die PS3 kauft und durch eigenständige Untersuchungen an Hard- und Software zu Ergebnissen kommt, so dürfen diese in einer freien Gesellschaft auch frei kommuniziert werden. Anonymous fuhr also erste Angriffe auf Sony-Domains, die dazu führten, dass das PSN kurzfristig nicht zugänglich war, stoppte diese jedoch nach heftiger Kritik der betroffenen Spieler und beschränkte sich daraufhin damit, öffentlich Stimmung gegen Sony zu machen. Dafür jedoch traten kurz darauf jene bis dato unbekannten Hacker auf den Plan, die 77 Millionen Datensätze aus dem PSN, sowie 25 Millionen Datensätze aus vom Sony Online Entertainment-Dienst stahlen, darunter auch Kreditkarteninformationen deutscher Kunden, und somit zum fast einmonatigen Ausfall des PSNs führten, vom Imageschaden den das Unternehmen davontrug ganz zu schweigen. Im Gaming nennt man so etwas wohl Selfowned! [tj] |
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Kommentare
ich kann das geheule von sony auch nicht mehr hören.
ich zitiere einfach mal:
"wenn du dich mit dem teufel einläßt, veränderst du nicht den teufel, der teufel verändert dich."
aber sony herrscht mit willkühr über legal erstandene produkte. wenn man seine eigenen elektrogeräte nicht mehr auseinanderbaue n darf, wohin kommen wir denn da?
dann gäbe es aber kein "erfinderland deutschland".
Von daher vielleicht der falsche Ansatz um ein Unternehmen für seine Strategie abzustarfen.
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